Insekten im Eis!
Wir lagen ahnungslos im Gras, was auch wächst, wenn die Zeit still und schweigsam steht. Regentropfen trotzen, dämmern, hoch auf Wolken glotzen, doch die Luft wurde kalt und spät. Wir ließen unsere Wünsche steigen, so wie Drachen, nur ohne Schnur. Wollten wir später danach greifen, griffen wir ins Leere nur und dann kam der Winter und Alles war weiß, wir waren gefangen wie Insekten im Eis. Ein scheuer Blick, ein neuer Trick: Du bist Adam, ich bin Eva - nur mit roten Haaren. Die Zweifel trugen Früchte und wir ließen uns verführen, obwohl die Früchte doch verboten waren. Um dein Lächeln wehte schon ein eisiger Wind, ich schaute einmal zu oft hin und wurde blind. Und dann kam der Winter und Alles war weiß, wir waren gefangen wie Insekten im Eis. Mit Salz in den Wimpern, mit tosenden Ohren und all unsere Farben haben wir verloren, denn dann kam der Winter und Alles war weiß. Wir waren gefangen wie Insekten im Eis, Insekten im Eis. Wir wärmten uns die Hände an Gesprächen und bekamen kalte Füße vom Zu-viel-Wollen, wir blieben sitzen und die Pläne blieben Skizzen; blieben Lücken in den Protokollen. Und die Gespräche wurden brüchig wie welkes Laub. Mit dem letzten Satz, den du sprachst, wurd' ich taub. Ich hab mich selbst nicht erkannt, als ich in Blüten stand, ich hab mich nicht erkannt, mir wurde ganz blümerant, als ich in Blüten stand. Ich hab mich nicht erkannt und erst am Ende begriff ich: die Blüten waren herbstzeitlos und giftig. Wir waren gefangen wie Insekten im Eis, wir waren befangen und verschreckt und verwaist.
Fuchsteufelswild!
Wach auf du musst deine Schlaftabletten nehmen! Dein größter Mangel ist dein Mangel an Problemen. Ich seh' dich in die irre schwirren, nein, du lässt dich nicht beirren, denn an jeden kleinen kopf passt auch nur 'ne enge Stirn. Man sagt: wer selber kalt ist, der muss nich frieren und wer nicht klagt, der nicht gewinnt, nur wenn nicht fragt, hat Manieren. drück beide Augen zu und du siehst Schwarz. Das bleibt auch so, solange das so gilt, das macht mich fuchsteufelswild! Zwischen den Beinen, also zwischen den Zeilen gelingt es dir zuweilen, dich daran aufzugeilen aber wenn du triffst, triffst du nur mit stumpfen Pfeilen. Wach auf! Zwischen dir und mir liegt nur ein schmaler Grat. wir diskutieren und streiten um des Kaisers Bart. deine Worte wippen wie im Walzer immer auf und ab. weit der Orkan im Wasserglas sowieso nicht überschwappt. Das bleibt auch so, solange das so gilt. das macht mich fuchsteufelswild! Und du pokerst ohne Risiko, verlierst dich irendwo im Nirgendwo. Das macht mich fuchsteufelswild!